SFB-Plenum Dezem­ber: Dagmar Herzog (New York)

Vortrag

17. Dezember 2026
12:00 – 14:00 Uhr
US-S 002 (Seminarzentrum Obergraben)

Im Dezember ist Prof. Dr. Dagmar Herzog (CUNY Graduate Center) zu Gast in unserem Plenum und hält einen Vortrag mit dem Titel „Der neue faschis­tische Körper. Ableis­mus und Affektive Politik vom ‚Dritten Reich‘ zum Neuen Rechts­extre­mismus“.

© Peter Kiefer

Welche neuen Erkenntnisse über die libidinöse Anziehungs­kraft diverser Faschis­men gewinnen wir, wenn wir Sexual­politik und Behin­derten­politik gemeinsam betrachten? Und wie hängen das Versprechen trans­gressiver Lust mit eugeni­schen Phantas­men und tödlicher Bos­haftig­keit gegen­über Unvollk­ommen­heit zusammen? Dagmar Herzogs Buch Der neue faschis­tische Körper befasst sich mit den kom­plexen Wechsel­wirkungen zwischen den Vergangen­heiten der 1890er bis 1930er Jahre und unserer post­modernen Gegen­wart der 2020er, wobei ein beson­deres Augen­merk nicht nur auf den „sexy Rassis­mus“ und die obsessive Behin­derten­feind­lich­keit, sondern auch auf das Vergnügen an forcierter Wider­sprüch­lich­keit gerichtet wird, die allesamt den Aufstieg der AfD beflügelt haben.

Dagmar Herzog ist US-ameri­kanische Histori­kerin und Profes­sorin für Geschichte am Graduate Center der City Univer­sity of New York. Sie forscht zur Geschichte von Sexua­lität und Gender, zu Holocaust-Erinnerung und Religion und Theo­logie in der Moderne – und zu den Verbin­dungen zwischen Sexual­moral, Faschis­mus und Gewalt. Zu ihren Publika­tionen gehören: Die Politi­sierung der Lust (Neu­auflage Psycho­sozial 2021); Cold War Freud (Suhr­kamp 2023); Euge­nische Phan­tasmen: Eine deutsche Geschichte (Suhr­kamp 2024); Der neue faschis­tische Körper (Wirklich­keit Books 2025). Herzog ist gegen­wärtig die Joy Foun­dation Stipen­diatin an der American Academy in Berlin, wo sie ein neues Forschungs­projekt startet zu Theodor Adornos „Gruppen­experi­ment“ von 1950 bis 1951.