Dr. Michael Neumann (Neuere deutsche Literatur­wissen­schaft)

Michael Neumann
  • Visi­t­ing Resea­rch Fellow

Michael Neumann arbeitet seit 2019 als Akade­mischer Mitarbeiter am Institut für Germanistik, Literatur- und Kultur­wissen­schaft der Univer­sität Bonn. Zu seinen Forschungs­interessen gehören literatur­historische Frage­stellungen vom 16. Jahr­hundert bis zur Gegen­wart, insbe­sondere Fragen nach den Öko­nomien, Institu­tionen, Medien und Regel­werken der Literatur. Darüber hinaus forscht er zu Zusammen­hängen zwischen politisch-ökono­mischen Trans­forma­tions­dynamiken und litera­rischen Reprä­senta­tions­ansprü­chen sowie zu Resonanz und Wandel aposto­lischer Kommu­nikations­formen und Sprech­weisen seit der Frühen Neuzeit.
Nach seinem Studium der Germanistik, Linguistik und Philo­sophie wurde Michael Neumann mit der Arbeit Eine Literatur­geschichte der Photo­graphie (2006) an der Tech­nischen Univer­sität Dresden promo­viert. Nach Lehr- und Forschungs­aufent­halten in Washington, Konstanz, New York und Dresden arbeitet Michael Neumann an der Univer­sität Bonn. Zu seinen für das Themen­feld des SFB einschlä­gigen Veröffent­lichungen gehören eine Studie zur narra­tiven Vertrauens­bildung in gesell­schaft­lichen Trans­forma­tions­phasen („Vertrauens­bildung. Sozialität und Wissen in Theodor Storms Kunst­märchen ‚Die Regen­trude‘ [1864]“, in: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft 67 [2018], S. 105–120) und die Mitheraus­gabe eines Themen­schwer­punktes der Zeitschrift IASL über „Post­migran­tische Perspek­tiven in der Peri­pherie“ (IASL 48 [2023], H. 2). Außerdem ist Michael Neumann an einer Forschungs­initia­tive beteiligt, die sich unter dem Titel „West­deutsche Selbst­verzau­berung. Imagi­nation und Model­lierung alter­nativer Zukünfte seit den 1970er Jahren“ mit der Frage befassen wird, wie politisch-ökono­mischer Wandel, soziale Krisen und poeto­logisch-ästhe­tische Distink­tions­bewe­gungen mitein­ander verschränkt sind.
Im Kontext des SFB rückt eine Problem­konstel­lation in den Vorder­grund, mit der sich Michael Neumann seit seiner Koordi­nation des Forschungs­schwer­punkts „Öffent­lichkeit und Repräsen­tation“ im Rahmen des Konstanzer Exzellenz­clusters „Kulturelle Grund­lagen von Inte­gration“ beschäftigt, nämlich Konjunktur­bedin­gungen und Konjunk­turen popu­listi­scher Argumen­tations- und Rede­reper­toires seit dem Zeit­alter der Refor­mation: Angesichts der zyklischen Wieder­kehr populis­tischer Erweckungs­rheto­riken ist über die Analyse ihrer sprach­lichen Mittel hinaus danach zu fragen, über welche theore­tisch-metho­dischen Instru­mente wir verfügen, um die histo­rische Beschrei­bung des Popu­lismus auf die sozialen Bedin­gungen seiner Resonanz auszu­weiten.