Neues Teil­pro­jekt B09 bewil­ligt: „Was gese­hen wird. Geschichte und Gegen­wart algo­rith­mi­scher Empfeh­lung“

Mitteilung
13.05.26

Der SFB 1472 „Transformationen des Populären“ freut sich, das neue Teilprojekt B09 begrüßen zu dürfen, das von der Deutschen Forschungs­gemein­schaft für die laufende zweite Förder­phase bis Ende 2028 bewilligt worden ist. Unter dem Titel „Was gese­hen wird. Geschichte und Gegen­wart algo­rith­mi­scher Empfeh­lung“ untersucht es die historische Genealogie, die epistemo­logischen Voraus­setzungen und die kulturellen Effekte algorith­mischer Empfehlungs­systeme, wie sie heute auf Streaming-Plattformen operieren.
Prof. Dr. Daniela Wentz (Seminar für Medien­wissen­schaft, Universität Siegen) leitet das Teilprojekt. Ihre Arbeiten zur televisuellen Ästhetik, zur Fernseh­serien­forschung und zur Kritik algorith­mischer Systeme bilden die unmittel­bare Vorarbeit. Als Postdoktorandin ist Dr. Laura Hille beteiligt, Expertin für Critical Algorithm Studies, deren Forschung medien­wissen­schaftliche Theorie­bildung mit diskurs- und ideologie­kritischen Ansätzen verbindet.
Das Projekt verfolgt eine doppelte Fragestellung. Zum einen rekonstruiert es genea­logisch die historischen Voraus­setzungen algorith­mischer Empfehlung: von der empirischen Rundfunk-Zuschauer:innen­forschung seit den 1920er-Jahren über die Anfänge der Recommender Systems in den 1970er-Jahren bis hin zu den hybriden Machine-Learning-Verfahren der Gegenwart. Zum anderen analysiert es die aktuellen Sichtbar­keits­regime der großen Streaming-Plattformen: Welche Daten, Metriken und Interface-Logiken entscheiden heute darüber, was empfohlen, was sichtbar und was populär wird? Damit schließt B09 an eine zentrale These des SFB an: dass algorith­mische Empfehlungs­systeme das Populäre nicht nur sichtbar machen, sondern es herstellen.

Wir heißen Daniela Wentz und Laura Hille herzlich im SFB 1472 willkommen!