Christliches populäres Liedgut als Gegenstand kirchlicher und theologischer Kontroversen (1870er–1910er / 1950er–1980er Jahre)
05. – 07. November 2026
AH-A 217/18
(Herrengarten)
Organisation & Kontakt:
Dr. Stefanie Siedek-Strunk
Die Konferenz nimmt Kontroversen und Konflikte in den Blick, die sich mit der Einwanderung christlichen populären Liedguts – von Camp-Meeting-Revival-Songs, Geistlichen Volksliedern, Missions-, Sonntagsschul-, Heils- und Evangeliumsliedern (einschließlich Gospel und Spiritual), Neuen Geistlichen Liedern, Christian Pop bzw. Sacropop bis hin zu Lobpreisliedern (‚Worship‘) – in die etablierten Kirchen verbanden. Dabei werden zwei Schlüsselzeiträume fokussiert: von den 1870er bis 1910er sowie von den 1950er bis 1980er Jahren. Thematisiert werden sollen ebenso strukturelle Parallelen, z. B. in den Auseinandersetzungen um englischsprachiges Liedgut, wie explizite Wiederaufnahmen von Debatten des ausgehenden 19. um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu unterscheiden sein werden Versuche einer Indienstnahme des Populären in Gestalt christlicher Lieder für die Stärkung der traditionellen Rolle der Institution Kirche von kirchlicherseits nicht gewollten und nicht beeinflussbaren laientheologischen ‚Selbstermündigungen‘ in Gestalt der Verbreitung populärer Lieder.
Programm
14:30 – 15:00 Uhr
Eintreffen und Begrüßung
15:00 – 16:00 Uhr
Stefanie Siedek-Strunk
(Siegen)
Konfliktagenden um englischsprachige Spirituals im Deutschen Kaiserreich
16:00 – 17:00 Uhr
Florian Carl
(Essen)
„Wir brauchen eigene, selbst erzeugte Lieder“: Kolonialmissionen und postkoloniale Transformation christlich-populärer Musikalität in Ghana
17:00 – 17:20 Uhr
Kaffeepause
17:20 – 18:20 Uhr
Ruth Albrecht
(Hamburg)
Dichterinnen, Übersetzerinnen, Herausgeberinnen: Zur Mitwirkung von Frauen an den Liederbüchern der Gemeinschafts- und Heiligungsbewegung
19:00 Uhr
Abendessen
09:30 – 10:30 Uhr
Erik Dremel
(Halle)
Auseinandersetzungen um christliches populäres Liedgut um 1900 im Spiegel der Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst
10:30 – 11:30 Uhr
Veronika Albrecht-Birkner
(Siegen)
Auseinandersetzungen um christliches populäres Liedgut im Spiegel der Zeitschrift Musik und Kirche (1950er bis 1980er Jahre)
11:30 – 11:50 Uhr
Kaffeepause
11:50 – 12:50 Uhr
Timm Siering
(Bayreuth)
Eingang und Ausgang. Das Aufkommen und Verschwinden populärer Musik in ausgewählten Gesangbüchern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts
12:50 – 13:50 Uhr
Mittagessen
(Mensa)
14:00 – 16:00 Uhr
Podcast-Aufnahme:
Albrecht-Birkner, Schröter-Wittke, Siering
Für alle anderen Teilnehmenden: Stadtrundgang oder/und Besuch Aktives Museum unter Leitung von Tobias Holzhauer
16:00 – 17:00 Uhr
Jonathan Schilling
(Stuttgart)
Wie alt darf das „neue Lied“ klingen? Stilistische Untersuchungen zu Neoromantik und Antiromantik im evangelischen Gemeindegesang
17:00 – 18:00 Uhr
Florian Hesch
(Siegen)
Low Pop oder „moderne Musik“? Konfliktpotenziale von christlicher Popmusik in der BRD der 1960er und 1970er Jahre
18:30 Uhr
Abendessen
09:00 – 10:00 Uhr
Alfred Nussbaumer
(St. Pölten)
Zum Einsatz und zur Verbreitung des Neuen Geistlichen Liedes in der Kirchenmusikpraxis der Diözese St. Pölten der römisch-katholischen Kirche
10:00 – 11:00 Uhr
Harald Schroeter-Wittke
(Paderborn)
Der Deutsche Evangelische Kirchentag und seine Musik und Lieder von 1949 bis 1989
11:00 – 11:15 Uhr
Kaffeepause
11:15 – 12:00 Uhr
Abschlussdiskussion