Prof. Dr. Oliver Schei­ding (Amerikanistik)

Oliver Scheiding ist seit 2004 ordentlicher Professor für Nordamerikanische Literaturen und Kulturen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort ist er aktuell Principal Investigator im Sonder­forschungs­bereich 1482 „Human­differen­zierung“, der seit 2022 von der DFG gefördert wird. Er leitet zusammen mit Sabina Fazli das Teilprojekt, „Selbst­formierung kategorialer Begriffs­unter­nehmer in Zine-Medien“, welches zeitgenös­sische Mikro­medien als Labore selbst­gestalteter Indentari­sierungs­projekte unter­sucht. Zu seinen Forschungs­interessen gehören u.a. literatur­wissen­schaft­liche und medien­kultur­wissen­schaft­liche Perspek­tiven auf Human­differen­zierung in Zeit­schriften, Selbst­formierungs­prozesse in Mikromedien als DIY oder DIT-Artefakte und die Entwicklung einer Analytik der Human­differen­zierung als bottom-up Prozess.
Nach dem Studium der Fächer Amerikanistik/Anglistik, Hispanistik und Geschichte erfolgte 1992 die Promotion an der Universität Hamburg. Die Habili­tation wurde 2002 an der Universität Tübingen erteilt, wo Oliver Scheiding von 1997 bis 2003 als wissen­schaftlicher Hochschul­assistent tätig war. 2004 übernahm er die Professor für Nord­amerika­nische Literaturen und Kulturen mit Schwerpunkt frühe Amerikanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Als Gastprofessor (Fulbright, DAAD) war Oliver Scheiding in College Park, Seattle und Toronto tägig. In Mainz ist Oliver Scheiding seit 2008 für mehrere DFG-Projekte verantwortlich (siehe GEPRIS-DFG), u. a. als Initiator und Teilprojekt­leiter im Graduierten­kolleg 2015 „Life Sciences, Life Writing: Grenzerfah­rungen menschlichen Lebens zwischen biomedizi­nischer Erklärung und lebens­weltlicher Erfahrung“ (2014–2023) und in der Forscher­gruppe 1939 „Un/Doing Differences: Praktiken der Human­differen­zierung“ (2013–2019). Von 2011 bis 2019 war Oliver Scheiding Heraus­geber der Zeitschrift Amerika­studien – American Studies, dem Fachjournal der Deutschen Gesellschaft für Amerika­studien (DGfA). Seit 2019 ist Oliver Scheiding im Beirat in der American Literature Association und war Leiter des International Board der American Studies Association von 2013 bis 2018.
Zu den aktuellen Veröffentlichungen gehören Print Technologies and the Emergence of American Literary Cultures (Wiley-Blackwell 2026); Indigenous Media Ecologies, hg. mit Jill Doerfler und Cristina Stanciu, Nebraska University Press 2026); Indigenous Periodicals. Sonderheft der Zeitschrift American Periodicals: A Journal of History, Criticism, and Bibliography (hg. mit Jill Doerfler und Cristina Stanciu, The Ohio State University Press 2023); Handbuch Zeitschriften­forschung (hg. mit Sabina Fazli, Transcript 2023); Periodical Studies Today: Multidisciplinary Analyses (hg. mit Jutta Ernst und Dagmar von Hoff, Brill 2022) sowie Aufsätze in der Schriften­reihe Human­differen­zierung (Velbrück 2017, 2021, 2025).
Als Amerikanist interessiert sich Oliver Scheiding für die postdigitalen Übergangs­zonen, zwischen papiernen und digitalen Medien­formaten und fragt danach, wie Human­differen­zierung sowohl diskursiv durch Narrative/Rhetorik als auch durch materielle Infrastrukturen (Papier/Internet) prozessiert wird. Zu seinen Forschungs­schwer­punkten gehören u.a. die trans­nationale Zeitschriften­forschung und Print­kulturen, die Medien­analyse indigener Kulturen in Nordamerika, trans­nationale Print­kulturen, Kultur­theorie und ästhetische Praxis.