Das Un-/Popu­läre der Ande­ren: Wissen, Auto­ri­tä­ten und Medien in Bewe­gung

CRG Cooperative Research Groups

Fan-Foren zu Superhero-Filmen, Patient Empowerment und Peer-to-peer-Beratung zu Gesund­heits­themen, Partizi­pations­platt­formen und Bürger­initia­tiven in der Kommunal­politik, Syno­dalität und neue, trans­atlan­tische Gruppen­bildungen in der Kirche, Rechts­beratung im anwalt­lichen Gespräch und Online-Austausch zu Rechts­fragen … – nicht selten treffen in öffent­lichen und institutio­nellen Aushand­lungs­prozessen Beteiligte aufeinander, die einander als ‚ungleich‘ wahr­nehmen (z. B. Expert:innen, Profis, Erfahrene vs. Lai:innen, Amateure, Newbies etc.). Dabei hängen Handlungs­chancen auch davon ab, inwieweit etablierte Geschichten, Wissen, Erfahrungen, Strategien, politische Programme und Glauben­süber­zeugungen sich behaupten können oder neue, oft kontro­verse Ansätze Popula­rität erlangen.
In der Cooperative Research Group (CRG) „Das Un-/Populäre der Anderen: Wissen, Autoritäten und Medien in Bewegung“ gehen wir der Frage nach, unter welchen medialen Bedingungen und durch welche kommuni­kativen Praktiken Un-/Popularität – im Sinne einer Nicht-/Beachtung durch viele – entsteht und sich verändert und welchen Unter­schied Un-/Popularität für den Erfolg oder Misserfolg von ungleichen Beteiligten in kommuni­kativen Konflikt­feldern heute macht. Dabei setzen wir die Begrifflich­keiten des SFB nicht als analytische Kate­gorien voraus, sondern interes­sieren uns für die fallspezi­fischen Praktiken der Autori­sierung von Wissen in populären Kontexten:

  • Wie werden in den jeweiligen Kontexten über­zeugende Argumente in asymme­trischen Aushand­lungs­prozessen fabriziert?
  • Welche Kategorien und Marker für Erfahrung und Expertise stellen digitale Foren oder Platt­formen bereit, wie werden diese legiti­miert und delegi­timiert?
  • Wie unterscheiden sich verschiedene mediale Bedingungen, Nutzungs­weisen und Verflech­tungen, mit welchen Folgen für die Konsti­tution, Konstruktion und Autori­sierung von Wissen und die Vertei­lung von Beachtung?

Die offene Heran­gehensweise erlaubt es uns, keine Vorent­scheidungen durch die Verwendung von Begriffen wie high und low, Expert:innen und Lai:innen, Profes­sionelle und Amateur:innen, Eliten und „die breite Bevölkerung“ zu treffen, sondern zunächst unparteiisch die emischen Zuschrei­bungs­praktiken zu beobachten und zugleich sensitiv für die Differenzen im Feld zu sein.