Lifestyle und Konsumästhetik in Unterhaltungsmagazinen der Weimarer Republik
Maren Lickhardt
Lifestyle und Konsumästhetik in Unterhaltungsmagazinen der Weimarer Republik
Illustrierte Unterhaltungsmagazine der Weimarer Republik stellen einen wesentlichen Motor der Populärkultur dieser Zeit dar, die als die „Goldenen Zwanziger“ erinnert werden. Indem die Magazine Konsumästhetiken und Konsumwissen vermitteln, bilden sie außerdem die Möglichkeitsbedingung für erste Formen von Pop-Kulturen, d. h. soziale Gruppierungen, die sich durch ästhetische Zeichen und spezifische Lebensstile aneinander binden und sich voneinander abgrenzen. Dieser Prozess wird in der Literatur gespiegelt (z. B. von Irmgard Keun und Ruth Landshoff-Yorck), sodass sich in der Weimarer Republik auch erste Formen von Pop-Literatur konstituieren.
Der Vortrag widmet sich zum einen der Frage, wie Unterhaltungsmagazine der Weimarer Republik ihrer Leser:innen binden, sie zu aktiver Rezeption motivieren und zu einer Popularisierung eines urbanen glamourösen Lifestyle beitragen. Zudem wird gezeigt, wie Zeitschriften- und Romanästhetiken mit Blick auf ihre gemeinsame Adressatengruppe interagieren. Im Nationalsozialismus reißt dieser Diskurs keineswegs abrupt ab, weshalb ein Ausblick auf ästhetische Kontinuitäten über die politische Zäsur von 1933 hinweg geboten wird.
Weiterführende Informationen zur Vorlesungsreihe Von Tolkien bis TikTok. Dynamiken populärer Kultur sowie das vollständige Veranstaltungsprogramm finden Sie auf der Website der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.
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Zur Videoaufzeichnung des Vortrags gelangen Sie hier: Ansehen