‚Devo­lu­ti­o­na­li­en‘ oder „Cha­rles R. Darwin ist bei Face­book“: Ein Wissen­schaft­ler und seine Theo­rie in Waren­welt und Popu­lär­kul­tur des 21. Jahr­hun­derts (2017)

Inhalt

Als im Jahr 2009 der 200. Geburtstag von Charles Darwin gefeiert wurde, war das Echo ungleich größer als noch ein halbes Jahrhundert zuvor, als das Ereignis im Wesentlichen nur in wissenschaftlichen Kreisen Widerhall fand. Der bereits im 19. Jahrhundert einsetzende Trend, naturwissenschaftliches Wissen zu popularisieren, hat in den letzten Jahrzehnten an Vielfalt und Intensität stark zugenommen. Der Beitrag zeigt die Tendenzen und Formen auf, die die Vermarktung von Darwin und seiner Theorie in der Zeit des 200. Jubiläums und den Jahren danach angenommen hat. Dabei werden Angebote aus fünf verschiedenen Kategorien analysiert, darunter literarische Verarbeitungen des Stoffes, museale Präsentationen, Film- und Fernsehproduktionen, unterschiedliche Konsumobjekte bis hin zum Umgang mit Darwin uns seiner Theorie in digitalen Medien vom Computerspiel über das Internet bis hin zu Sozialen Medien. Dabei werden die Folgen dieser omnipräsenten Aneignung und Umdeutung freigelegt, die das Bild Darwins selbst wie das des Wissenschaftlers allgemein, aber auch das Verständnis seiner Evolutionstheorie bis hin zum Verhältnis zwischen Expertinnen und Experten einerseits und Laien andererseits heute betreffen. Es tritt hervor, welche Wissensbestände jeweils wie durch unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen genutzt werden und welche Rolle die Vermarktung der Marke des ‚globalen Darwins‘ dabei spielt.

Zitierweise

Angela Schwarz: ‚Devolutionalien‘ oder: „Charles R. Darwin ist bei Facebook“: ein Wissenschaftler und seine Theorie in Warenwelt und Populärkultur des 21. Jahrhunderts, in: dies. (Hrsg.): Streitfall Evolution. Eine Kulturgeschichte, Köln/Weimar/Wien 2017, S. 693-731.