Para­texte des Fern­se­hens. Paso­li­nis „Appunti per un’O­res­tiade afri­cana“ (2026)

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Inhalt

Pier Paolo Pasolini hat mit der Fernseh­arbeit Appunti per un’Orestiade africana einen Ort zwischen Massen und Einzelnem, zwischen Popu­larität und Nicht-Popu­larität geschaffen: Vestibül, Zone, Vor-Ort, seuils, die dem Autor und Regisseur ermög­lichen, vor sein Werk zu treten. Die Film-Notizen bieten jeder:m die Möglich­keit zum Eintreten oder Umkehren (in den zu machenden Film) und konsti­tuieren damit zugleich eine para­textuelle zone indécise des Übergangs, der Schwelle. Pasolini eröffnet also einen paratex­tuellen Raum, der dem des Schreibens gleicht. Der (westliche) Blick wird zur Rolle durch den Spiegel­blick und alles „Sehen“, also auch alles, was der:die Zuschauer:innen im Film sehen werden, wird zum Produkt dieser vermittelten Perspektive. Die para­textuelle Anord­nung führt zu einer filmi­schen Schreib­weise, die wie eine Art von Gebrauchs­anweisung oder eine an die:den Zuschauer:in gerichtete Lektüre­anweisung für die Pasolini-Themen zu verstehen ist: die bäuer­liche Welt, das Volk, das humile Italien, das Archaische, das Realis­tische, das Alltäg­liche, die als Effekte des Spiegel­blicks und somit als subjektive Reflexion ausge­wiesen werden, wodurch die eröff­nende Geste des filmi­schen Para­textes unüber­windbar auf Dauer gestellt wird.


Abstract: With his television film Appunti per un’Orestiade africana, Pier Paolo Pasolini created a space between the masses and the individual, between popular ity and non-popularity: vestibule, zone, threshold (seuils) that enable the author and director to step in front of his work. The film notes offer everyone the oppor­tunity to enter or turn back (into the film to be made) and thus constitute precisely that para­textual zone of transition, of the threshold. Pasolini thus opens a para­textual space that resembles that of writing. The (Western) gaze becomes a role through the mirror gaze, and everything ‘seen’ – including every­thing the viewer will see in the film – becomes the product of this mediated per­spective. The para­textual arrange­ment leads to a cine­matic mode of writing that can be under­stood as a kind of instruc­tion manual or reading guide for the viewer on Pasolini’s themes: the peasant world, the people, humble Italy, the archaic, the realistic, the everyday, which are identified as effects of the mirror gaze and thus as subjective reflec­tion, whereby the opening gesture of the filmic paratext is rendered permanently irresolvable.

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Zitierweise

Wild, Cornelia (2026): „Paratexte des Fernsehens. Pasolinis Appunti per un’Orestiade africana“, in: Jörg Döring und Niels Werber (Hg.): Paratexte des Populären. Berlin/Boston (Paratext-Studien, 3), S. 353–370. DOI: https://doi.org/10.1515/9783112208175-018.

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