Tapfer­keit trans­na­ti­o­nal? Die etwas andere Erin­ne­rung an den Ersten Welt­krieg im Compu­ter­spiel (2016)

Inhalt

Medien prägen unsere Erinnerung. Sie greifen populärkulturelle Elemente auf und perpetuieren deren Inhalte und Zuschreibungen in der Erinnerungskultur einer Gesellschaft. Global vermarktete Medien tun dies entsprechend weltweit und kulturübergreifend. Der Beitrag fragt danach, inwieweit sich dies auf die Auswahl und Bearbeitung der popularisierten Geschichte niederschlägt. Exemplarisch wird die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg zum Zeitpunkt des hundertjährigen Jubiläums des Kriegsausbruchs im Jahr 2014 herangezogen. Sie wird anhand des Computerspiels Valiant Hearts: The Great War untersucht, dem einzigen Spiel, das explizit aus Anlass dieses Jahrestages produziert wurde. Die Absicht der Firma Ubisoft, sich mit dem Spiel in die allgemeine Erinnerungskultur zum Ersten Weltkrieg einzuschreiben – vor allem in Frankreich aber ebenso überall dort, wo das Spiel gespielt wurde –, wird dabei ebenso angesprochen wie die Besonderheiten, die das Spiel von anderen Kriegsspielen deutlich unterscheiden. Denn in Valiant Hearts steht der Feind nicht auf der anderen Seite des Schützengrabens, sondern erscheint in der Gestalt des Krieges selbst, dessen Herausforderungen sich Menschen aller beteiligten Nationen zu stellen haben. Ob dieser Ansatz zu einer transnationalen Erinnerung an den ‚Großen Krieg‘ beitragen kann, ist die Kernfrage des Beitrags.

Zitierweise

Angela Schwarz: Tapferkeit transnational? Die etwas andere Erinnerung an den Ersten Weltkrieg im Computerspiel, in: Monika Fenn/Christiane Kuller (Hrsg.): Auf dem Weg zur transnationalen Erinnerungskultur? Konvergenzen, Interferenzen und Differenzen der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg im Jubiläumsjahr 2014, Schwalbach/Ts. 2016, S. 182-205.