Einla­dung zur Bewer­bung: SFB-Spring­school „Popu­la­ri­tät divers – diverse Popu­la­ri­tät“

Mitteilung
17.07.26

Springschool 2027: Popularität divers – diverse Popularität

Das Populäre ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Für die meisten Menschen scheint klar, was darunter zu verstehen ist: Fasst man das Populäre positiv, dann ist es das Beliebte, das Reizvolle, das allen Geläufige. Vielleicht etwas Volks­tüm­liches, das im Gegen­satz zum (vermeintlich) Elitären steht. Wenn das Populäre hingegen kritisch betrachtet wird, dann wird es mit dem Trivialen, dem Gemeinen, dem Schema­tischen gleichgesetzt. Dann identi­fiziert man es mit Massen­kultur und Kultur­industrie. In unserem Sonder­forschungs­bereich (SFB) vermeiden wir bewusst Wert­zuschrei­bungen und gehen von einer neutralen Bestim­mung des Populären aus: Populär ist, was bei vielen Beachtung findet. Und diese Beachtungs­erfolge werden gemessen. Wie populär etwas ist, das zählt man aus. Wichtiger noch: diese Beachtungs­erfolge werden auch ausgestellt und inszeniert. Rankings und Charts geben über das Populäre Auskunft und werben ihrerseits um Aufmerk­samkeit. Beachten soll man, was Beachtung gefunden hat. Der SFB untersucht die Dynamiken, die sich aus der Verschiebung von Beachtung in den unter­schied­lichsten gesell­schaftl­ichen Feldern ergeben – und in diesem Sinne Trans­forma­tionen des Populären. Was ändert sich dadurch, dass man weiß, dass es populär ist?

In der anstehenden Springschool wollen wir in dezidiert inter­diszipli­närer Perspektive den thema­tischen Fokus auf Gender und Inter­sektio­nalität richten und dazu mit Ihnen als Forscher:innen, für die dieser Fokus in den eigenen Arbeiten relevant ist oder sein kann, ins Gespräch kommen. Gender­sternchen, Ehe für alle, Adoptions­recht für gleich­geschlecht­liche Paare, Geschlechts­zuord­nungen bei Behörden und in der Schule – alle diese Themen lassen sich längst nicht mehr als rein linguis­tische, juristische, kommunal- oder bildungs­politische Problem­lagen abhandeln. Ob der Antifemi­nismus der Mano­sphere, Queerness in der Popmusik oder die ungleiche Bewertung weib­licher und männ­licher Politiker:innen – Kontro­versen um Gender und andere soziale Differenz­kate­gorien prägen öffentliche Diskurse im 20. und 21. Jahr­hundert. Als populäre Gegen­warts­themen in Politik, Kultur und Öffent­lichkeit werden sie von den einen propagiert und zugleich von vielen anderen proble­matisiert. Wir werden uns in der dreitägigen Spring­school mit Implika­tionen und Auswir­kungen der Popularität auf Diskurse und Praxen im Bereich Gender und Inter­sektio­nalität ausein­ander­setzen, und zwar sowohl in historischer als auch in gegen­warts­bezogener Perspektive. Die dabei verfolgten Fragestel­lungen zielen in zwei Richtungen: Einerseits soll im Fokus stehen, wie Gender und Diversity, Queerness und Inter­sektio­nalität auf Gegen­stands­ebene im Bereich des Populären verhandelt werden und welche Folgen sich aus der Beachtung durch viele ergeben. Über das anhand sich verän­dernder Praxen verhan­delte Spannungs­verhältnis hinaus sollen anderer­seits Verände­rungen von sozialen Geschlechter­hier­archien im Kontext von Trans­forma­tionen des Popu­lären in ihren je histo­rischen und gesell­schaft­lichen Bedingungen und vor dem Hinter­grund impliziter und expliziter Geschlechter­diskurse thematisch werden. Welchen Unter­schied macht große oder geringe Popularität – etwa von queeren Personen oder gender­sensiblen Praktiken – auf diese Diskursi­vierungen und Aushand­lungen?


Wann: 10.–12. März 2027

Wo: Universität Siegen

Zielgruppe: Doktorand:innen / Early Career Researchers

Was machen wir: Wir werden uns in unter­schied­lichen Formaten unserem Gegen­stand nähern und dabei in Vorträgen, Workshop-Sessions, Lektüre­gruppen und Poster­präsen­tationen den Trans­formations­charakter des Populären im Bereich Gender und Inter­sektio­nalität mit Ihnen diskutieren.

Kosten: Die anfallenden Kosten für Über­nachtung und Anreise werden vom SFB über­nommen.

Bewerbung: Bitte schicken Sie uns ein Motivations­schreiben (im Umfang von etwa 300 Wörtern), aus dem hervor­geht, mit welchem Erkenntnis­interesse Sie Ihre Teil­nahme verbinden. Idealer­weise können Sie dabei auf eigene Arbeiten referieren und unsere Überle­gungen zum Thema mit spannenden Einblicken aus Ihrer Forschung bereichern. Ein kurzes Biogramm, das Ihren wissen­schaft­lichen Werde­gang kurz umreißt, komplettiert Ihre Bewer­bung. Die Frist für die Einreichung ist der 30. September 2026.

Was wir von Ihnen erwarten: Die Bereit­schaft, drei Tage lang mit uns intensiv über das Verhältnis von Diver­sität und Popularität nachzu­denken, die Vorberei­tung eines kleinen thema­tischen Inputs in Form eines Posters (Vorlagen werden bereit­gestellt) sowie wissen­schaft­liche Neugierde.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Ansprechpartner:innen:
Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner
Prof. Dr. Michael Multhammer

Mailadresse/Kontakt: bewerbung-springschool@sfb1472.uni-siegen.de