Wie die Demo­kra­tie sich per Demo­sko­pie selbst beob­ach­tet

Working Paper Series

no. 8

11.09.23

Inhalt

Welche veränderte Rolle spielen Umfragen in heutigen Demokratien? Welche Auswirkungen hat die routinehafte und in immer kürzeren Abständen erfolgende Ermittlung von politischen Popularitätswerten auf den politischen Prozess? Werden Umfragen zunehmend zu einem meinungsbildenden statt zu einem Meinungen nur abbildenden Instrument? Sind die in modernen Demokratien immer präsenteren Umfragen demokratietheoretisch problematisch – und wenn ja, in welcher Hinsicht? In diesem Aufsatz wird die These vertreten und empirisch plausibilisiert, dass in Zeiten abnehmender Parteibindung, Fragmentierung des Parteiensystems, stärkerer Präsenz politischer Selbstbeobachtungsinstrumente, die Popularität, positiver wie negativer, immer schnellere und umfassendere Beachtung verleihen, die Rückkopplungsschleifen von Politik und öffentlicher Meinung kürzer werden. Insgesamt verschließt sich dadurch, so die zentrale These, die repräsentative Demokratie zunehmend den Lernmöglichkeiten, die in der zeitlichen Entkoppelung zwischen der Lizensierung politischen Handelns in Wahlen und diesem Handeln selbst liegen.

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Zitierweise

Manow, Philip (2023): „Wie die Demokratie sich per Demoskopie selbst beobachtet“. Working Paper SFB 1472, no. 8. DOI: https://doi.org/10.25819/ubsi/10412