Inhalt

Zwischen der Einführung der protestantischen Union in Preußen (und somit auch in Westfalen) und der frühen Erweckungsbewegung ergab sich im Siegerland ein deutlicher Zusammenhang, der in diesem Beitrag untersucht wird. Die preußischen Unionsbestrebungen und ihre Auswirkungen auf die Siegerländer reformierte Kirche wurden zunächst in kirchlichen Strukturveränderungen greifbar. In der Abwehr obrigkeitlicher Eingriffe in den Gottesdienstablauf und der Verteidigung der reformierten Form des Gottesdienstes kam eine Abneigung gegenüber der unierten Kirche zum Ausdruck. Dem seit dem Ende der 1820er Jahre wachsenden Druck auf Superintendenten und Pfarrer zur flächendeckenden Einführung der Union standen dann massive Widerstände aus den Gemeinden entgegen, was mit einer Ausweitung nonkonformer religiöser Gemeinschaftsformen einherging. Diese entwickelten sich bis zum Beginn der 1850er Jahre zu einem nachhaltigen Gemeinschaftsmodell, das Kernaspekte der reformierten Tradition, v.a. den presbyterial-synodalen Ansatz, auf alternative Weise wieder in den Vordergrund stellte.

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Zitierweise

Albrecht-Birkner, Veronika (2017d): „Die Einführung der Union und die frühe Erweckungsbewegung im Siegerland“, in: Jan Brademann / Marianne Taatz-Jacobi (Hg.): Konjunkturen konfessioneller Differenz? Lutheraner und Reformierte zwischen Westfälischem Frieden und Union. Münster, S. 155–181.