Spal­tungs­li­nien. Euro­pas Partei­en­sys­teme und die Dekon­so­li­die­rung des Nati­o­nal­staats (2026)

Peer reviewed / Buchveröffentlichung

Inhalt

Entlang welcher Linien sortieren sich die politischen Konflikte unserer Zeit? Unsere hergebrachten Ordnungs­begriffe scheinen mittlerweile keine sichere Orientierung mehr zu bieten. Denn heute steht häufig ein linkes Bürgertum gegen eine rechte Arbeiter­schaft – und „progressiver Neolibera­lismus“ und kulturell rechte, aber zunehmend verteilungs­politisch linke populis­tische Parteien markieren die Pole einer neuen Hauptachse des politischen Konflikts. In Spaltungs­linien interpretiert Philip Manow diese neue Lage als Resultat der Transfor­mation europäischer Parteien­systeme. Diese Transfor­mation selbst, so die zentrale These des Essays, ist eine Reaktion auf die Infrage­stellung des National­staats als jener Ebene, auf die hin sich bislang gesellschaft­liche Interessen organisiert hatten. Wenn diese Diagnose zutrifft, ist die Krise der Gegenwart nicht mit dem Aufkommen einer neuen, kulturellen Spaltungslinie zu erklären – etwa als Gegner­schaft von Kosmo­politen und Kommuni­taristen, von „Anywheres“ und „Somewheres“. Sie führt vielmehr zur Erosion bisheriger Formen politischer Interessen­vermittlung, so dass unser gewohnter Fokus auf Parteien und ihre relative Stärke uns über die politische Entwicklung gar nicht mehr hinreichend aufzuklären vermag. Sie führt weiterhin zur Ausbildung einer neuen Haupt­konflikt­achse zwischen gesellschafts- und verteilungs­politischem Liberalismus einerseits und gesell­schafts- und verteilungs­politischem Illibera­lismus andererseits.

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Zitierweise

Manow, Philip (2026): Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats. München (Edition Mercator).

Medienecho

Eckhard Jesse: Das Dilemma der Mitte-Parteien, in: Welt Online, 18.5.2026. Online: hier.