Wie neomediäval ist Nolans „Odyssey“ (USA 2026)?
Theresa Specht und Hans Velten im Gespräch mit Jörg Döring
Christopher Nolans Filmepos „Odyssey“ ist der Kinohit dieses Sommers 2026. Bis jetzt haben es 80 bis 100 Millionen Zuschauer weltweit gesehen. In Deutschland 3 Millionen in kaum vier Wochen Spielzeit. Gut 1,3 Milliarden Dollar hat der Film bislang eingespielt: ein eminent viel beachtetes Artefakt. Der Film wird auch mit dem claim beworben: „Das größte Fantasy-Epos aller Zeiten“. Was kann die Neuverfilmung eines antiken Stoffes mit Fantasy zu tun haben? Das haben wir die Fantasy-Forscher in unserem SFB befragt: Hans Velten und Theresa Specht (B04: „Populäres Mittelalter. Narrative und Inventare der Fantasy im Medien­verbund“). Warum ist ein weltbekanntes Wikingerschiff Inventar für die Aktualisierung eines antiken Epos?
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Einführung und Vorstellung
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Augenschmaus, Augengraus
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Was heißt „mediäval“? Und was „neomediäval“?
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Nolans Odyssee-Film: „Das größte Fantasy-Epos aller Zeiten“?
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Schauplatz-Geographie und neomediävale Inventare
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Männer sind Schweine. Die Kirke-Episode
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Der Hades am Island-Strand und andere neomediävale Filmvorläufer
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Das Gesetz des Zeus in Antike, Mittelalter und heute
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Zendaya als (einzige) Filmgöttin
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Auf einem seetüchtigen Wikingerschiff nach Westen: Neomediävale Inventare als Treiber der Aktualisierung von Homers Epos
Theresa Specht ist Postdoktorandin in der Deutschen Literatur und Sprache des Mittelalters an der Universität Siegen und Teilprojektleiterin im SFB-Projekt „Populäres Mittelalter“. In diesem Kontext interessiert sie sich u. a. für die aktuelle transmediale Ausweitung von Fantasy-Franchises. Im kommenden Jahr erscheint dazu bei Bloomsbury Academic der Band Prequels, Sequels and Spinoffs: Storytelling Logics in Neomedieval Fantasy Worlds, den sie zusammen mit Carolyne Larrington (Oxford) herausgibt. Weitere Veröffentlichungen: Specht, Theresa und Hans Rudolf Velten (2025): „Der Herr der Ringe in Ranglisten. Wie Tolkien populär wurde“, in: Euphorion 119 (4), S. 397–420; Specht, Theresa (2026): „Adventure, Quest, Politics and Gender in Fantasy Literature: On the Popularisation of Medieval Narrative Structures and Their Transformations“, in: Carolyne Larrington, Hans Rudolf Velten und Helen Young (Hg.): Popularising the Middle Ages in Modern Fantasy. Neomedievalism, Video Games, and Vikings. Cambridge (Medievalism, 32), S. 35–53.
Hans Rudolf Velten, Professor für Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters an der Uni Siegen, Teilprojektleiter im SFB 1472 (B04: „Populäres Mittelalter“). Aktuelle Buchveröffentlichungen: Popularisierung und Popularität im 15. und 16. Jahrhundert (Berlin 2026); Popularising the Middle Ages in Modern Fantasy. Neomedievalism, Video Games, and Vikings (London 2025); Fantasy Aesthetics. Visualizing Myth and Middle Ages, 1880–2020. Bielefeld 2025; Mittelalter und Populärkultur. Rezeption – Aneignung – Beachtung. Bielefeld 2025.