Dr. des. Theresa Specht (Ältere deutsche Literaturwissenschaft)

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Meinen Studienweg in den Fächern Germanistik und Philosophie trat ich 2010 mit der Überzeugung an, dass er mich bald in das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen tragen würde. Meine Interessen und Vorlieben schwankten zunächst zwischen der Philosophie und der Germanistik hin und her. Das Berufsziel Lehrerin rückte aber immer weiter in die Ferne, je mehr ich die Auseinandersetzung mit Forschung, den akademischen Diskurs und die unglaubliche Bandbreite meiner Studienfächer für mich entdeckte. Dass die Mediävistik meine Profession werden sollte, war lange nicht abzusehen. So verdanke ich es einem glücklichen Zufall und einigen hochinteressanten Seminaren (etwa zur mittelhochdeutschen Versnovellistik, der Utopie in der Frühen Neuzeit und dem Geschlechterstreit in mittelalterlicher Literatur), dass ich die Mediävistik für mich entdeckt habe. Nach dem Abschluss meines Studiums 2015 zögerte ich daher nicht lange, eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Siegener Mediävistik anzutreten und eine Promotion zum Baumgarten als Handlungsraum in der höfischen Literatur anzutreten.
Schon vor dem erfolgreichen Abschluss meiner Promotion im September 2021 war die mehr oder weniger offensichtliche Präsenz der mittelalterlichen Literatur und Kultur in moderner Fantasyliteratur ein Thema in der Siegener Mediävistik. Obwohl (oder gerade weil) ich als private Leserin wenig Erfahrung und Enthusiasmus im Bereich der Fantasy vorweisen konnte, faszinierte mich diese Indienstnahme des Mittelalters für die Erzeugung von fantastischen Welten und Erzählungen schnell. Welche Funktion erfüllen mittelalterliche Versatzstücke für die Fantasy? Was ist genuin mittelalterlich, was mediäval und warum? Welche mittelalterlichen Narrative und Inventare eignet sich die Fantasy auf welche Weise an? Diesen und vielen weiteren Fragen gehe ich seit Januar 2021 im Rahmen des Teilprojektes B04 „Populäres Mittelalter“ nach, in dem ich als Postdoktorandin mitarbeite. Hier untersuche ich vor allem die Transformationsprozesse zwischen epistemologisch-mediävistischem Wissen und populärem Wissen vom Mittelalter innerhalb der Fantasyliteratur.
Als Vertreterin der Postdoktorand*innen bin ich darüber hinaus im Vorstand des SFB 1472 „Transformation des Populären“ aktiv.