Wider die Vulga­ri­tät. „Gro­bia­nus. De morum simpli­ci­tate oder: Von groben Sitten und unhöf­li­chen Gebär­den“ – ein Best­sel­ler zwischen den Bildungs­wel­ten (2026)

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Inhalt

Mit dem „Grobianus“ steht ein Best- und Long­seller der Frühen Neuzeit im Zentrum der hier ange­stellten Über­legungen. Ausgehend von den Fragen, an welchen Para­metern sich Popu­larität unter früh­neu­zeit­lichen Bedin­gungen bemessen lässt,
welche Formen von Popu­larisie­rung denkbar sind und wie beide zusammen­hängen, ersucht der Artikel im Nach­vollzug der Publika­tions­geschichte der lateini­schen wie auch der verschie­denen deutschen Fassungen des „Grobianus“ nachzu­zeichnen, welche unter­schied­lichen Formen von Popu­larisie­rung hier zum Tragen kommen. Argumen­tiert wird, dass es para­textuelle Elemente sind, die wesent­lich zur Populari­sierung beitragen, indem sie den Text in seiner satiri­schen Ausrich­tung kenntlich und lesbar machen. Dabei unter­scheiden sich die lateini­schen und deutschen Fassungen erheb­lich hinsicht­lich des betrie­benen Aufwandes. Populär bleibt der Text bis ins 18. Jahr­hundert hinein, wo der „Grobianus“ bereits zum frei verfüg­baren Stoff wird, der sich aus seinen ursprüng­lichen Rezeptions­zusammen­hängen gelöst hat.

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Zitierweise

Multhammer, Michael (2026): „Wider die Vulgarität. ‚Grobianus. De morum simpli­citate oder: Von groben Sitten und unhöf­lichen Gebärden‘ – ein Best­seller zwischen den Bildungs­welten“, in: Christian Seebald und Hans Rudolf Velten (Hg.): Populari­sierung und Popu­larität im 15. und 16. Jahr­hundert. Trans­forma­tionen der Wissens­kultur zwischen Hand­schrift und Buch­druck. Berlin (Beihefte zur Zeitschrift für deutsche Philologie, 27), S. 160–187.