Begriffe des poli­ti­schen Popu­lis­mus

CRG Cooperative Research Groups

Während in der sozialwissen­schaft­lichen Forschung rechts­populis­tische Mobili­sierung auch immer wieder als Affekt­phänomen beschrieben wird – als Wut, Ressen­timent, Angst, Zorn –, sucht die CRG nach Begriffen des politi­schen Popu­lismus. Die Arbeits­hypo­these des SFB 1472 lautet: Populis­men sind das Populäre der Anderen. Popu­larität meint Beach­tung durch viele; Popu­lismus bezeichnet jene Form des Popu­lären, deren Beach­tungs­erfolg – sichtbar in Umfragen, Wahlen, Rankings – nicht (nur) legiti­mierend wirkt, sondern (auch) das Gegen­teil bewirkt: Delegiti­mations­versuche der populis­tischen Vielen als irrational, asozial oder demo­kratie­feind­lich. Der Begriff des Popu­lismus steht damit in dem Feld, das er aufklären soll: Er sagt nicht nur, dass etwas populär ist, sondern stets auch, dass es das nicht sein sollte. Anstatt defi­nito­risch oder normativ vorzu­gehen, nimmt sich die CRG eine funk­tionale Analyse vor: Für welches Problem ist Populis­mus eine Lösung – und welche alter­nativen Lösungen kommen in Betracht?