Popu­la­ri­täts­re­si­li­enz: Recht­fer­ti­gungs­lo­gi­ken des Nicht-Popu­lären

AG Arbeitsgruppen
AG4

Die Arbeitsgruppe wird die These des SFB überprüfen, dass qualitative high/low-Differenzen im Zuge der Transformationen des Populären bis in die Gegenwart weitgehend überwunden worden oder in Auflösung begriffen seien. Sie untersucht, mit welchen Rechtfertigungslogiken sich Formen einer „elitären“ oder „hochkulturellen“ Distanz zur ubiquitären Erfolgskultur (Platzierungen in Charts, Rankings etc.) verteidigen ließen bzw. lassen, etwa durch die ebenso traditionsreiche wie robuste Codierung hochkultureller Sinnverpflichtung oder durch die Einrichtung von rechtlichen, ökonomischen oder kulturellen Zugangsbarrieren zu Bereichen, die sich der Beweislastumkehr entziehen konnten bzw. können. Die Ag geht der Frage nach, inwiefern hochkulturelle Bezugsrahmen, deren Geltungsansprüche verloren gegangen zu sein scheinen, durch qualitative Valorisierungsregime restituiert werden. Lassen sich normative Qualitätsmaßstäbe durch legislative oder exekutive Maßnahmen durchsetzen, etwa um in die Krise geratene Qualitätsansprüche und -standards wieder in Kraft zu setzen? Verhelfen institutionelle Agenturen durch Popularisierungsprojekte elitären Wissensdiskursen zu erneuter Geltung? Führen Deglobalisierungstendenzen dazu, dass die Entgrenzung des Populären in globalisierten Gegenwartskulturen durch populistische (und meist regionale) Beachtungserfolge konterkariert wird?