(Un)doing Common Ground in Social Media

AG Arbeitsgruppen
AG2

Transformationen des Populären erweitern und verunsichern die gemeinsam geteilten Selbstverständlichkeiten, die in sozialen Interaktionen vorausgesetzt werden und sie tragen. Dies wird insbesondere in den Online-Kulturen der Sozialen Medien virulent, in denen gestische und mimische Formen des situativen Grounding nicht zur Verfügung stehen. In den Sozialen Medien wird daher am deutlichsten sichtbar, wie die Pluralität, Fluidität und Kontingenz des Populären Common Grounds herausfordern und ihre kontingenten Voraussetzungen sichtbar werden lassen. Ziel der Arbeitsgruppe ist, exemplarisch die Rolle des Populären für die Behauptung, Aushandlung und Subversion von Common Grounds in Sozialen Medien zu untersuchen und sie einerseits mit linguistischen und verhaltenspsychologischen Theorien des Common Ground und andererseits mit sozialtheoretischen Begriffen der Identitätspolitik zu konfrontieren. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen dabei Referenzen auf populärkulturelle Repertoires, Themen kollektiver Identität und Formen der Online-Kommunikation, auf die in der Online-Kommunikation mehr und mehr als ihr emergenter Common Ground Bezug genommen wird: Netiquette, HateSpeech, Trolling, HashtagPolitics u. a. Auf diese Weise sollen selbstbezügliche Praktiken von Online-Kulturen identifiziert werden, die unter Bedingungen einer automatisierten Popularisierung zweiter Ordnung im Entstehen begriffen sind.