Zählen, Beach­ten, Bewer­ten: Perfor­ma­ti­vi­tät des Quan­ti­ta­ti­ven

AG Arbeitsgruppen
AG3

Diese Arbeitsgruppe fokussiert den zentralen Aspekt des Quantitativen als Parameter der (auch qualitativen) Valorisierung des Populären und diskutiert die in diesem Zusammenhang im SFB definierten Transformationsstufen um 1950 und um 2000 und die ihnen vorhergehenden Präfigurationsphasen im Sinne einer differenzierenden Analyse durch Verkontextung disziplinär und material unterschiedlicher Zugänge. Rekurriert wird dabei zum einen auf Forschungsergebnisse der Teilprojekte, die Facetten einer Ablösung qualitativer durch quantitative Beachtungsregime thematisieren. Einbezogen wird zum anderen Forschung zum Zusammenhang zwischen Popularität und quantifizierenden Verfahren der Beachtungsmessung, die bislang nicht zusammenhängend und unter dem Aspekt einer übergreifenden theoretischen Reflexion rezipiert worden sind. Jenseits der Transformationsstufen selbst geht es dabei auch um die wachsende Relevanz des Quantitativen für das in den Blickpunkt des Interesses geratende Populäre seit dem 18. Jahrhundert im Sinne seiner Präfiguration. Denn es ist evident, dass die Etablierung quantifizieren der Verfahren in der Valorisierung des Populären an sich keine Erfindung der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern – beispielsweise in Gestalt von Subskriptionslisten – bereits in frühneuzeitlichen Praktiken greifbar und seit dem späten 19. Jahrhundert von zunehmender Bedeutung war. Die Arbeitsgruppe untersucht, wann und in Gestalt welcher konkreter Mechanismen sich das Quantitative als Parameter der Beachtungsmessung des Populären zunächst präfigurativ im Rahmen stabiler high/low-Unterscheidungen und dann in mehreren Transformationsstufen als Maßstab von Qualität selbst durchsetzt.